Langeweile
Sehr verehrtes Publikum, ich habe es geschafft. Meine Zukunft hat für die nächsten drei Jahre Form angenommen. Ich habe mir Stress gemacht ohne Ende, sozial Kontakte vernachlässigt und viel zu viel Kaffee getrunken. Aber letztendlich haben sich der Stress sowie die zittrigen Hände gelohnt, ich bin an meiner Wunsch-Schule angenommen worden und darf jetzt Fotodesigner lernen.
Ich muss noch zwei Mal ins Büro kommen. Zwei mal früh aufstehen (früh ist bei mir relativ, da ich verhältnismäßig spät im Büro aufschlage…) und nach Charlottenburg fahren, mit der S-Bahn, der U-Bahn und dann noch mit dem Bus. Dieser Monat hat sich gezogen wie Gummi. Der Rückweg nach Hause, Tag für Tag, kam mir vor wie Tage. Dafür war man umso schneller bei der Arbeit.
Ich freue mich auf die nächste Zeit, die auf mich zukommt. Erstmal zwei Monate frei…das hatte ich noch nie. Nach dem Abitur hatte ich auch keine einzige Woche frei, weil ich mich gleich vom Praktikum zum nächsten Nebenjob gestürzt habe.
Ich kann eigentlich nicht zu Hause rumsitzen. Mir wird so schnell langweilig, dass ich dann auch in einer Fabrik Maschinen putzen gehe (ja, das war einer meiner Nebenjobs). Ich mag es nicht, mich unnütz zu fühlen und wenn ich zu Hause bin, dann geht es mir nach spätestens einer Woche so. Dann fange ich an, die Bude aufzuräumen. Dann ist die Bude sauber. Ja, was dann?
Ich darf gar nicht drüber nachdenken und rede mir schon eine Weile ein, dass eine Auszeit auch mal sein muss. Einfach nichts tun oder sich seinen Hobbys widmen. Das klappt schon irgendwie, ohne, dass ich mich wieder irgendwo reinstürze… Obwohl ich doch eigentlich noch ein Praktikum machen könnte….?